An(g)strengung

Eine Ausstellung von Lesebeispielen aus dem Buch "Wege durch die Angst - dem Leben Vertrauen schenken und dir selbst treu werden". Mit einer anschließenden Fragerunde und Perspektiven von ausgewählten Menschen.

Erstes Lesehäppchen "Wo wir stehen"

Gesellschaftlich sind wir in einer Übergangsphase, von überbordenden Regulierungen und gleichzeitigem Verlust von Ordnungen, hin zu einer Selbstregulation. Dazu braucht es Menschen, die sich selbst spüren und mit ihrer inneren Führung verbunden sind, damit wir uns neu und freier begegnen und verbinden können. Damit das Soziale wieder „in Ordnung kommt", müssen wir mit einer zugrundeliegenden kosmisch-irdischen Ordnung in Einklang kommen. Das ist wirkliche, glückhafte Freiheit und sie entsteht durch Selbstliebe und Aufmerksamkeit für die elementaren Dinge des Lebens.

Räume zu schaffen, in denen wir unsere grundlegenden persönlichen und kulturellen Formungen erkennen, aber noch wichtiger: Transformieren können.

Zweites Lesehäppchen "Wohin wir gehen"

Dieser Weg aus den vorgegebenen Strukturen hinaus, hinein in eine stärkere Selbstübereinstimmung und Einbettung in größere Felder macht uns, meinem Verständnis nach, erst reif für echte Kooperation mit anderen. Ich muss dabei meine Eigenart finden und entwickeln, meine Art zu arbeiten, meine Art zu lieben, meine Art zu wohnen, meinen Zugang zur Natur, meine Art des Essens, meine Spiritualität, mein Vatersein, mein Spielen…

In einer Welt, in der uns beigebracht wurde, unsere eigenen Vorlieben beiseite zu schieben, um die Bedürfnisse anderer zu befriedigen, scheint dies die egoistischste aller Handlungen zu sein. Und doch können wir anderen nicht wirklich dienen, wenn wir nicht zuerst entdeckt haben, was für uns von Bedeutung ist.

Drittes Lesehäppchen "Wo wir landen"

Aber was für ein Geschenk ist es, mit Menschen zu tun zu haben, die wirklich für sich stehen können und keine oder wenig Games" mehr nötig haben! Was für ein Geschenk ist es, allmählich solch ein Mensch zu werden! Für mich ist es ein eigenständiger und gemeinsamer Prozess, bei dem sich immer klarer zeigt, was und wer wie zusammenpasst. Es ist ein Prozess des Ja und des Nein sagen Lernens, ohne Aufregung and Getue. Es geht dabei nicht um gewinnen oder verlieren, sondern darum, zu sich selbst zu kommen und sich gegenseitig dabei zu helfen. Wir sind uns dabei Modell - nicht zur Nachahmung! - sondern zur Anregung der in uns angelegten Einzigartigkeit.

Nüchtern bleiben, nicht von den aufgeputschten Emotionen trinken und mich meinen Gefühlen stellen, ohne mich ihnen auszuliefern, so klärt sich das Feld für eine tiefere Lebendigkeit.


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Fünf Fragen zum Nachdenken

  • "Wie kann sich eine Gemeinschaft, in der sich alle irgendwie fremd sind, unbeabsichtigt helfen und heilen?”
  • “Was ist Hilfe, die nicht abhängig macht?”
  • “Wie verlässt man einen Tunnel, der keine Ende zu haben scheint?”
  • “Wie kann ich meine Würde, meine innere Freiheit, meine Liebe zum Menschsein bewahren, unter allen Umständen?”
  • “Worauf vertraue ich wirklich, wenn es ganz eng wird?”

Perspektiven von fünf Menschen

Eckhart Tolle

Unsere primäre Aufgabe ist es, uns aus dieser Identifikation zu lösen, beispielsweise durch Verwurzelung in unserem inneren Körper und durch Beobachtung unserer Gedanken. Erst durch diese Arbeit an den Ursachen tragen wir wirklich zu einer besseren Welt bei. Nur jene, die die Welt überwunden haben, können eine bessere Welt erschaffen.

Natalie Knapp

Es geht nicht darum gespannt abzuwarten, bis die Wissenschaft" ein neues, konsistentes Weltbild zusammengebaut hat - wir sind alle aufgerufen, bewusst mitzugestalten, indem wir ins Offene hineindenken und hineinleben.

Ana Pogačnik

Sich so weit als möglich von den alten Strukturen abzulösen und dem eigenen Lebensweg zu folgen - und uns dabei mit anderen Menschen, die auf dem Weg sind, zu vernetzen und auch für die nicht-sichtbare Welt zu öffnen. Das wird uns sehr helfen und der entscheidende Halt wird sein, unsere eigene Essenz zu kennen.

David Steindl-Rast

Eine Aufforderung, unser Lebensvertrauen zu stärken: Gerade in einer Krise im Bewusstsein der Fülle und der Dankbarkeit zu leben. Das ist auch viel realistischer als die Vorstellung vom Mangel.

Stefan Tilg

Erst in der Begegnung mit dem wundervollen Fremden erkennen wir jene Anteile in uns, die uns bis jetzt fremd waren. Es ist die Gemeinschaft, in der sich alle irgendwie fremd sind, die das Geschenk in dir sieht und dich unabsichtlich heilt. Deine ureigenen Kräfte werden freigesetzt und du kannst dein eigenes Licht sehen. So wirst du dir auch vertrauen können, wenn es mal eng wird. Wissend, dass du nie allein warst und bist.

Ausklang

Bist auch du bereit, deinen Weg durch die Angst zu gehen? Auch wenn es an(g)strengend ist?

Solange wir uns im Inneren nicht ändern, wird sich auch im Außen nichts Wesentliches ändern. Für eine Kultur der wertschätzenden Begegnung braucht es die tägliche Praxis des Hinterfragens und Umdenkens. Gemeinsam mit anderen Menschen. Erlebe die Qualität der Schnabelweide und meld dich an unter https://schnabelweide.cafe/